Amo te Iulia iaculator.

Rights to Copy by Wilhelm Schütze
 

Wir sind keine Menschen, die eine spirituelle Erfahrung machen !

Wir sind spirituelle Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen !

Das Seelengericht

Der Angeklagte

Stimmt, das sind Sie. Sie sind gerade gestorben und müssen sich jetzt verantworten. Erwarten Sie bitte nicht, daß Anubis oder Ptah jetzt Ihr Herz auf eine Waagschale legen oder daß Sankt Peter in einem großen Buch nachsieht, was Sie denn so alles im Leben angestellt haben. Sie brauchen auch nicht zu hoffen, daß Ihnen ein Winkeladvokat zur Seite stehen wird, daß Sie den Staatsanwalt oder den Richter bestechen können. Selbst als vormals reichster und mächtigster Mann der Welt sind Sie hier schwach und mittellos.

Der Ankläger

Wir haben eine Akte über Sie. Eine vollständige Akte! Hier ist alles verzeichnet. Sie haben als Fünfjähriger die Kriegerwitwe als "alte Hexe" bezeichnet und ihrer Katze eine leere Raviolidose an den Schwanz gebunden. Mit 15 haben Sie zwei Haschisch-Zigaretten geraucht, aber keinen Geschmack daran gefunden. Mit 23 haben Sie bei zwei Klausuren unerlaubte Hilfsmittel verwendet und sich mit 25 bei Ihrer Doktorarbeit einer ungenannten Quelle bedient, gegen 10.000 diskret bezahlten Mark. Mit 31 haben Sie Ihren Vorgesetzten anonym angeschwärzt, um seinen Posten zu erhalten. Ihre Frau haben Sie 183mal betrogen, bevor diese die Scheidung eingereicht hat. Und Sie haben es geschafft, sich arm zu rechnen, um den Unterhalt für Ihre Kinder zu drücken.

Gut, ich höre auf. Wir sehen uns demnächst, keine Sorge, da reden wir weiter. Aber wie Sie sehen, wissen wir alles. Absolut alles. Machen Sie ruhig weiter, es wird notiert. Akribisch und vollständig. Für die Verhandlung über Ihr Leben.

Der Richter

Der Richter ist nicht Ihr Parteifreund, Sie kennen ihn nicht aus Ihrer Studentenverbindung, er ist kein Logenbruder. Der Richter möchte kein Geld von Ihnen, er will nicht auf Ihre Yacht, ihn interessiert kein Luxusurlaub. Der Richter hat nur ein einziges Ziel: die Gerechtigkeit. Der Richter kennt Ihren Fall in allen Einzelheiten. Er ist gerecht, vollkommen gerecht. Zu Ihnen und zu jedem anderen. Er urteilt nicht nach Gesetzen, die eine Lobby entworfen hat. Seine Gesetze sind nicht aus irgendwelchen Gründen eingebracht worden, sie begünstigen keine Volksgruppe und keinen Berufsstand. Sie sind nur eines: gerecht. Maßgeschneidert gerecht, für Sie! Es gilt nicht gleiches Recht für alle, sondern es gilt das absolut gerechteste Recht für Sie, und zwar nur für Sie. Schon Ihr Geschäftspartner wird für das gleiche Delikt nach einem anderen Recht abgeurteilt, nach dem Recht, das für ihn am gerechtesten ist. Nicht erscheint, sondern IST.

Die Verhandlung

"In diesen wenigen Sekunden ist mein ganzes Leben vor mir abgelaufen". Kennen Sie diesen Satz? Haben Sie ihn schon irgendwo gelesen? Bei Nahtodeserlebnissen wird oft dieser "Lebensfilm" geschildert. Sie sehen Ihr Leben mit allen Höhe- und Tiefpunkten vor sich. Und am Ende ziehen Sie ein Fazit. SIE ziehen dieses Fazit, denn SIE, SIE allein, sind der Angeklagte, der Ankläger und der Richter. Sie fällen das Urteil, denn Sie wissen am besten, was Sie getan haben und warum Sie es getan haben. Das Urteil berücksichtigt alle Fakten, alle mildernden und verschärfenden Umstände. Und es ist absolut gerecht. Es gibt keine Berufung. Das Urteil ist endgültig. Und Sie selbst sind es, der dieses Urteil fällen wird.

Es nützt Ihnen nichts, wenn Sie Untaten durch Andere, durch Untergebene oder Abhängige begehen lassen. Alles, was Sie verursacht haben, wird hier auf Sie zurückfallen. Keine Ihrer Handlungen, keine Ihrer Sünden wird hier vergessen. Es gibt keine "magischen Daten", an denen Gott "wegschaut". Was immer SIE von Ihren Fehlern wissen, wird bei dieser Verhandlung ans Licht kommen.

Das Urteil

Himmel, Hölle, 100 oder 100.000 Jahre Fegefeuer? Jetzt sollte ich Blödsinn schreiben, aber das stimmt so nicht. Sie kommen als Moslem nicht in den siebten Himmel, nur weil Sie sich mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft gejagt haben. Und Sie müssen auch als Katholik nicht im Fegefeuer braten, weil Ihnen am Karfreitag eine Schweinshaxe geschmeckt hat. Das Urteil bestimmt etwas ganz anderes.

Das Urteil erfolgt nach dem Prinzip, daß Gleiches Gleiches anzieht. Sterben Sie als Lügner und Betrüger, landen Sie in einem Jenseits, in dem gelogen und betrogen wird. Waren Sie liebenswürdig und hilfreich zu Ihren Mitmenschen, kommen Sie an einen geistigen Ort, an dem alle Bewohner liebenswürdig und hilfreich sind. Es geschieht nach Ihrem Verdienst - und nach Ihrem Willen.

Sie prügeln sich gerne und regeln Ihre Probleme am liebsten mit dem Baseballschläger? Freuen Sie sich! Sie kommen nicht etwa in die Hölle und werden rund um die Uhr den ausgeklügelsten Foltermethoden unterworfen, sondern Ihr Jenseits ähnelt sehr stark der Erde, und zwar so, wie Sie diese am liebsten hätten. Ein falsches Wort, ein schiefer Blick - und die Fäuste fliegen. Und natürlich Zähne... Sie werden Täter und Opfer sein, prügeln und geprügelt am Boden liegen. Wieder und wieder. Denn dazu haben SIE SELBST sich verurteilt. Und erst, wenn Sie sich ändern und weiterentwickeln, entkommen Sie diesem Zustand. Aber das müssen Sie in "Die persönliche Entwicklung" nachschlagen.

Bis in alle Ewigkeit?

Nein! Sie wurden geschaffen, um zu lernen und sich zu entwickeln. Fehler, die Sie vor 20 oder 20.000 Jahren begangen haben, bleiben nicht für alle Ewigkeit an Ihnen haften. Es sei denn, Sie wollen das! Wenn Sie das Faustrecht so sehr lieben, werden Sie immer unter dem Faustrecht leben, im Diesseits wie im Jenseits. Gott wird Sie nicht weniger lieben und Sie auch nicht verstoßen. Machen Sie ruhig weiter, bis es Ihnen zuviel wird. Dann aber müssen Sie sich ändern. Gott wird es nicht für Sie tun, keine Kirche, kein Mächtiger und kein Dienstbote. Sie selbst müssen es tun, ganz allein. Sie müssen lernen, für sich selbst.

Das Seelengericht ist gerecht, es verhängt keine ewige Verdammnis. Gewissermaßen lautet das Urteil auf Bewährung. Bewähren Sie sich an dem Ort, an den Sie selbst sich gebracht haben, und Sie werden wegen guter Führung entlassen. Nicht vorzeitig, sondern genau dann, wenn Sie es sich verdient haben. Also dann, wenn Sie sich entschieden haben, sich zu verändern.

Worum Ihr bittet, das wird Euch gegeben...

Ja, es ist so einfach. Wenn Sie vorhaben, ein höllischer Nachbar zu sein, werden Sie höllische Nachbarn bekommen. Wenn Sie allen mißtrauen, wird man Ihnen mißtrauen. Denn Sie bekommen nicht das, worum Sie mit Ihren Lippen bitten, sondern das, was Sie mit Ihrem Herzen wollen. Bauen Sie Ihr irdisches Leben auf eine große Lüge, wird das Seelengericht Sie im Nachleben mit dieser Lüge konfrontieren.

Sie werden ernten, was Sie säen - und wie Sie richten, so werden Sie gerichtet werden.

Das, was Sie dem geringsten Ihrer Brüder angetan haben, das haben Sie sich selbst angetan.

Doch das Seelengericht ist gerecht. Alle Ihre Verfehlungen sind aufgezeichnet, kein Priester, nicht einmal der Papst kann Sie davon freisprechen. Aber Sie selbst haben es in der Hand! Ehrliche Reue und der Wille zur Umkehr wird vom Seelengericht zu Ihren Gunsten gewertet. Fünf Minuten ehrliche Reue können die Untaten von 80 Jahren aufwiegen. Aber denken Sie daran: Sie können nicht betrügen! Selbst wenn es Ihnen gelingt, die ganze Welt zu täuschen, sich selbst werden Sie nicht täuschen können.

Auf der Erde ist es eine Regel, über die Sie sich hinwegsetzen können:

Handele an Anderen so, wie diese an Dir handeln sollen!

Oder, noch einprägsamer: Was Du nicht willst, daß man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu. Auf der Erde steht es Ihnen frei, dagegen zu verstoßen. Doch danach wird an Ihnen so gehandelt, wie Sie zuvor die Anderen behandelt haben. Das ist nur gerecht.

 

www.michaelwinkler.de

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"Die Wahrheit hat nichts zu tun mit der Zahl der Leute, die von ihr überzeugt sind." Paul Claudel
"Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher." Bertolt Brecht
Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse, in Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten. Überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.
"Zum Recht des Wahrheitssuchenden gehört es, forschen und abwägen zu
dürfen. Und wo immer dieses Zweifeln und wägen verboten wird, wo immer
Menschen verlangen, daß an sie geglaubt werden muß, wird ein gotteslästerlicher
Hochmut sichtbar, der nachdenklich stimmt. Wenn nun jene, deren Thesen sie
anzweifeln, die Wahrheit auf ihrer Seite haben, werden sie alle Fragen gelassen
hinnehmen und geduldig beantworten, und sie werden ihre Beweise und ihre
Akten nicht länger verbergen. Wenn jene aber lügen, dann werden sie nach dem
Richter rufen. Daran wird man sie erkennen. Wahrheit ist stets gelassen. Lüge
aber schreit nach irdischem Gericht!"
 

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